Fruntimmersvecka (Tipp 7/25)

Die Tage vom 19. bis 24. Juli werden in Schweden in Anlehnung an die Namenstage von sechs aufeinander folgenden weiblichen Namenspatroninnen auch fruntimmersvecka („Frauenzimmerwoche“) genannt. Die Tradition stammt aus dem Mittelalter mit folgenden Namenstagen: Hl. Margareta von Antiochia (20.7.), Hl. Praxedis (21.7.), Hl. Maria Magdalena (22.7.) und Hl. Christina von Bolsena (24.7., s. linkes Bild – Quelle: Wikimedia). Im Jahr 1698 wurde Sara (Abrahams Frau) für den 19.7. ergänzt und 1755 wurde Praxedis durch Johanna, deren Namenstag bislang der 15.12. war, ersetzt. Im Jahr 1827 wurde in Schweden für den 23.7. der bisher zugeordnete Hl. Apollinaris von Ravenna durch Emma ersetzt, um das zweite Kind des schwedischen Kronprinzenpaars Oskar I. und Josephine zu ehren, das in diesem Jahr geboren wurde. Dieses sollte gemäß Angabe der Kronprezessin Emma heißen, falls es ein Mädchen würde. Stattdessen wurde es ein Junge, Prinz Gustav. Doch nichtsdestotrotz wurde dem 23.7. der Name Emma zugeordnet, der noch heute einer der beliebtesten Mädchennamen in Schweden ist. Somit gibt es seitdem vom 19. bis 24. Juli sechs Frauennamenstage in Folge, was schließlich zu der Bezeichnung „fruntimmersvecka“ führte, die auch seit 1870 in Svenska Akademiens Ordbok belegt ist.

Namenstage waren immer schon ein Anlass zum Feiern. Fügt man Namensvariationen wie Stina oder Ann-Christin hinzu, dürften ca. 1 Million Schwedinnen in der Zeit vom 19. bis 24. Juli ihren Namenstag haben. Nachdem „fruntimmersvecka“ in die sommerliche Ferienzeit fällt, ist sie ein gern genutzter Anlass für einen Kaffeeklatsch, bei dem insbesondere Erdbeertorte (s. rechtes Bild – Quelle: Wikimedia/Kajsa Hartig) nicht fehlen darf (mehr zum Thema „fruntimmersvecka“ im verlinkten Artikel). Wer in dieser Zeit in Schweden ist, sollte sich daher die Gelegenheit zum Kaffeeklatsch (kaffekalas, kafferep) nicht entgehen lassen.