Carl Michael Bellman (Tipp 2/26)
Carl Michael Bellman (linkes Bild: Gemälde von Per Krafft d.Ä. – rechtes Bild: Bellman-Statue von Alfred Nyström in Djurgården, Stockholm – Quelle: Wikimedia/Uta Helmbold-Rollik), geboren am 4. Februar 1740 (jul. Kalender) in Stockholm und ebenda gestorben am 11. Februar 1795, war ein schwedischer Dichter, Musiker und Entertainer. Er gilt den Schweden noch immer als ihr Nationaldichter, geehrt als „schwedischer Anakreon“ und als der „Troubadour des Nordens“, dessen Werk lebendig ist und gepflegt wird. Er wurde als erstes Kind eines Sekretärs in der Schlosskanzlei, Johan Arendt Bellman d. J. (1707–1765), und der Catharina Hermonia, Tochter des Pfarrers Michael Hermonius, im Stockholmer Stadtviertel Mariaberget auf Södermalm geboren. Er war ein Enkel von Johan Arendt Bellman d. Ä. (1664–1709), einem Professor für lateinische Rhetorik an der Universität Uppsala und Sohn eines Einwanderers aus der Gegend um Bremen.
Bellmans Hauptwerke sind die beiden Liedersammlungen Fredmans epistlar (Fredmans Episteln) mit 82 Liedern und Fredmans sånger (Fredmans Lieder) mit 65 Liedern. Besonders in Schweden sowie im übrigen Skandinavien sind Bellmans Lieder bis heute weithin bekannt und beliebt. Am 26. Juli 1829 wurde im Stockholmer Djurgården eine Bronzebüste Bellmans von Johan Niclas Byström feierlich enthüllt. Seitdem wird in ganz Schweden, vor allem aber in Stockholm, der 26. Juli als Bellman-Tag gefeiert. Die heutige schwedische Bellman-Gesellschaft, die sich vor allem durch die Herausgabe der großen Werkausgabe verdient gemacht hat, wurde 1919 gegründet. Viele schwedische Dichter, etwa Gunnar Wennerberg, Birger Sjöberg, Dan Andersson und Evert Taube, knüpften an Bellmans Liederschaffen an und setzten sich mit dem großen Vorbild auseinander. Außerhalb von Nordeuropa hat Bellmans Werk vor allem in Deutschland Resonanz gefunden. Ernst Moritz Arndt pries ihn schon 1810 in den höchsten Tönen. 1856 erschien die erste Übersetzung (von Adolf von Winterfeld) ins Deutsche, der bis heute ein gutes Dutzend weitere folgten. Die bekanntesten Übersetzungen stammen von Carl Zuckmayer, der 1938 auch das Theaterstück Ulla Winblad herausbrachte, Fritz Graßhoff, H. C. Artmann und Klaus-Rüdiger Utschick. Bellmans Lieder wurden und werden von zahlreichen deutschen Künstlern, z.B. Carl Raddatz (1965), gesungen (Quelle: dt. Wikipediaseite über Bellman).
Die DSV hat enge Verbindungen zur Deutschen Bellman-Gesellschaft e.V., deren aktueller Vorsitzender, der Bellman-Übersetzer Klaus-Rüdiger Utschick, DSV-Ehrenmitglied ist. Beim 40-jährigen Jubiläum der DSV trat in München der bekannte schwedische Bellman-Interpret Martin Bagge auf. Weiterführende Infos und Links zum Thema Bellman findet man auf der Homepage der Deutschen Bellman-Gesellschaft, z.B. zu Bellmans Werk und zu Webseiten über Bellman.
DSV-Tipp: Bellman-Konzert am 7.2.2026, 20 Uhr im Haus Annaberg in Bonn!


